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11.8.2016 - Pressemitteilung zur Bundesstags-Petition "Regionale Lärm-Umweltzonen für Erholungsgebiete"

Regionale Lärm-Umweltzonen für Erholungsgebiete - Lärmschutz vor besonders lauten Fahrzeugen (z.B. besonders laute Motorräder, Sportwagen, Quads, Powerboote, Fluggeräte) - Öffentliche Bundestags-Petition zugelassen

(Freiburg) Eine Petition zur Einrichtung regionaler Lärm-Umweltzonen für Erholungsgebiete ist jetzt vom Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages als öffentliche Petition zugelassen worden und steht ab sofort auf der Website des Petitionsausschusses zur Mitzeichnung bereit.  Die Petition, die nun von möglichst vielen Mitzeichnern unterstützt werden muss, fordert niedrigere, effektive und nicht umgehbare Lärmgrenzwerte in zukünftig als Lärm-Umweltzonen ausgewiesenen Erholungsgebieten. Petent ist die Lärmschutzinitiative „www.rettet-die-stille.de“.

Die Petition richtet sich ausdrücklich nur gegen besonders laute Fahrzeuge (zum Beispiel absichtlich laute Motorräder, Sportwagen mit absichtlich lauten Sport-Auspuffanlagen, Quads, Powerboote oder lautstarke Fluggeräte), die in Beschleunigungsphasen, Hochgeschwindigkeitsfahrten bzw. bei Steigflügen oder in niedriger Flughöhe außergewöhnlich laute, aber eigentlich vermeidbare Dezibel-Werte ausstrahlen.

Diese Fahrzeuge dürfen heute - auch ohne verbotene Manipulationen an der Technik – allein aufgrund löchriger oder veralteter Lärmschutzvorschriften, aufgrund von teilweise unerklärlichen EU-Typgenehmigungen oder aufgrund von Bestandsschutz so laut sein, dass ganze Gegenden, Täler, Bergstraßen oder Seen in Erholungsgebieten lärmverschmutzt und damit entwertet werden.

Dadurch verlieren viele Erholungsgebiete ihren Charakter als Erholungs- und letzte Rückzugsmöglichkeit vor dem zunehmenden Lärm, was letztlich auch zu lärmbedingten Gesundheitsbeeinträchtigungen führt.

So gelten z.B. für Motorräder ab einer Geschwindigkeit von 80 km/h überhaupt keine Lärmgrenzwerte. Und bestehende Lärm-Grenzwerte und Messmethoden bei Geschwindigkeiten unter 80 km/h sind aufgrund intensiver Lobbyarbeit der Hersteller so definiert, dass sie – ähnlich des VW-Abgas-Skandals – von den Herstellern mit einfachsten, allerdings legalen Tricks umgangen werden können.

Es sind, anders als oft behauptet, deshalb nicht nur einige „schwarze Schafe“, die an ihren Maschinen manipulieren, sondern es handelt sich hier schlicht um ein systematisches Versagen der Lärmschutzvorschriften. Dies sollte zumindest bei besonders lärmsensiblen Erholungsgebieten nicht länger toleriert werden.

Wenn es Lärm-Umweltzonen gibt, dann würden Fahrzeuge analog zu den bereits bestehenden Abgas-Umweltplaketten bei der Zulassung (und nachfolgend dann regelmäßig bei den periodischen Hauptuntersuchungen) bei Erreichen der verschärften Grenzwerte eine Umwelt-Lärmplakette erhalten, die ihnen das Befahren bzw. Überfliegen der Lärm-Umweltzonen gestattet.

Auch Bestandsfahrzeuge müssen – analog zur Abgas-Umweltplakette – die Plakette vorweisen. Damit wären auch bereits zugelassene oder ältere Fahrzeug betroffen.

Die Analogie zur Abgas-Umweltplakette zeigt auch, dass sich Lärm-Umweltzonen praktisch umsetzen lassen und zudem mit geltendem EU-Wettbewerbsvorschriften in Einklang gebracht werden können.

Ohne verschärfte Lärmschutzgrenzwerte ist eine Lösung des Problems nicht zu erwarten, ganz im Gegenteil, für viele Sportwagen- oder Motorradfahrer gilt das Motto „je lauter, desto besser“. 

Motorrad-Hersteller berichten übereinstimmend, dass leise Motorräder oder leise Auspuffanlagen sich schlicht nicht verkaufen. Weil die Einsicht dieser Fahrzeugführer nicht gegeben ist, muss der Staat oder die EU regulativ eingreifen.

Die Einrichtung von Lärm-Umweltzonen würde mit der Zeit auch zu einer Lärmreduzierung außerhalb von Erholungsgebieten führen, weil getrieben durch die Nichtbefahrbarkeit der Erholungsgebiete, die Fahrzeugführer in Zukunft vielleicht doch vermehrt leisere Fahrzeuge nutzen würden.

Die Petition kann mit dem Suchbegriff „66701“ auf epetitionen.bundestag.de leicht gefunden werden. Dort kann dann gleich online mitgezeichnet werden.

Die Initiatoren der Petition möchten alle Befürworter eines effektiveren Lärmschutzes in Erholungsgebieten dafür gewinnen, die Petition zu unterzeichnen und gleichzeitig die Petition über die sozialen Medien bei möglichst vielen bekannt zu machen.

Pressekontakt:

„Rettet die Stille“

Kristian Raue

Telefon: 0761-888755-20

info@rettet-die-stille.de




25.4.2016 - Pressemitteilung anlässlich des "Tag des Lärms"

Unzureichender Lärmschutz vor motorisierten Sportgeräten in Erholungs- und Wohngebieten - Die neu gegründete Initiative „Rettet die Stille“ will Lobbyarbeit leisten – Forderung nach strengeren Lärmschutzrichtlinien z.B. für Sportflugzeuge, Motorräder und Motorboote

(Freiburg) Ausgehend vom Baden-Württemberg strebt die Initiative „Rettet die Stille“ die Gründung eines Bundesverbands an, der sich für einen wirksameren Lärmschutz in Erholungs- und Wohngebieten einsetzt. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf motorisierten Sportgeräten, von deren Betrieb nur wenige Personen profitieren, deren Lärmemissionen aber eine große Anzahl von Menschen belästigen. Ziel der Initiative ist es, ein Dach für die vielen lokalen und regionalen Lärmschutzgruppen zu bieten und eine Lobby für den Lärmschutz zu bilden.

Dass man Lärm eines Tages "ebenso unerbittlich wird bekämpfen müssen wie die Cholera und die Pest", hat Nobelpreisträger Robert Koch bereits im Jahr 1905 prophezeit. Lärm beeinträchtigt das Wohlbefinden des Menschen und macht krank. Zermürbend und schwer gesundheitsgefährdend ist Lärm dann, wenn man ihm nicht entweichen kann, nicht einmal in Erholungs- oder Wohngebieten.

Fahrer von hochtourigen oder auf Lautstärke getunten Zweirädern können ein ganzes Erholungsgebiet dauerhaft abwerten. Die aufgrund der kostengünstigen Leichtflugzeuge stetig zunehmende Sportfliegerei bedeckt mit ihren Flug- bzw. Motorengeräuschen ganze Landstriche mit einem unangenehmen Lärmteppich, welcher aufgrund der oft kreisenden Flugbahnen und der langsamen Geschwindigkeit für Minuten anhält, bis der nächste Sportflieger kommt.

Die in vielen Bundesländern angewandte Freizeitlärm-Richtlinie regelt nur Lärmgrenzen für stationäre Freizeitanlagen. Bei mobilen Freizeit-Lärmquellen ist sie wirkungslos, insbesondere bei motorisierten Sportgeräten wie Motorrädern, Privat- und Leichtflugzeugen, Gyrocoptern, Motorbooten oder auch Sportwagen, deren Auspuffanlagen ähnlich wie bei Motorrädern oft absichtlich auf „satten“ Sound getunt werden.

Die Initiative „Rettet die Stille“ setzt sich dafür ein, dass der technische Fortschritt in der Lärmvermeidung in eine kontinuierlich strengere Gesetzgebung mündet und insbesondere die ruhesensiblen Zeiten an Wochenend- und Feiertagen sowie die Mittags- und Feierabendzeit vom motorisierten Sportlärm freigehalten werden. Mehr Schutz vor motorisiertem Sportlärm könnte z.B. jetzt auch in die baden-württembergische Koalitionsvereinbarung einfließen. Ausdrücklich wendet sich die Initiative nicht gegen Kinderspielplätze, Kinderlärm oder ähnlich gesellschaftlich akzeptierte Lärmquellen. Die Website der Initiative ist www.rettet-die-stille.de.

Pressekontakt:

„Rettet die Stille“

Kristian Raue

Telefon: 0761-888755-20

info@rettet-die-stille.de